Samstag, 22. Januar 2011

Die besten Cannoli Siziliens...


… gibt es in Piana degli Albanesi!

Dieses Jahr ist das ist das Januar-Wetter in Sizilien besonders schön. Temperaturen von 14° und Sonnenschein, ab und zu unterbrochen von schnell ziehenden Wolken, lassen mich meinen nachmittäglichen Caffé auf der windgeschützten Terasse in Mongerbino trinken. Dazu gönne ich mir immer eines der wunderbaren Erzeugnisse der sizilianischen Küche.

Süße Sünden der sizilianischen Küche: Profiterolo, Cassata und Cannolo


Diese kleine Auswahl habe ich aus dem interessanten Ort Piana degli Albanesi mitgebracht, als da wären: Profiterolo, kleine sahnegefüllte Windbeutel, überzogen mit einer Schokoladen- oder Kaffeesahnesauce; Cassata alla siciliana, ein Pan di Spagna-Biskuit-Törtchen, gefüllt mit einer Ricotta-Creme, überzogen mit Marzipan und mein absoluter Favorit, Cannolo alla siciliana, frittiertes Teigröllchen gefüllt mit einer süßen Ricotta-Creme und Schokoladenstückchen.

Gekauft habe ich diese Pracht in der Pasticceria Kalinikta in Piana degli Albanesi, wo ich -theortisch und praktisch- erfahren habe, daß in der Gegend die besten Cannoli der Insel gefertigt werden. Die Teighüllen werden noch von Hand mit Hilfe eines Zuckerrohrs (italienisch "canna", daher der Name "Cannolo") geformt und nicht industriell produziert. Man kann dieses an der individuellen Form erkennen, kein Cannolo gleicht dem anderen.

Der Ricotta für die Füllung wird aus der Schafsmilch der in der Umgebung weidenden Schafherden hergestellt. Der zu Recht stolze Konditor zeigte mir dann noch einen Artikel aus einer italienischen Feinschmeckerzeitschrift, in dem die handgefertigten Cannoli aus Piana degli Albanesi gepriesen werden, aber dessen Überzeugungskraft hatte es schon gar nicht mehr bedurft, denn ich hatte meinen Cannolo längst vertilgt und einen weiteren für die Terrasse geordert.

Schafherde auf Sizilien


Was hat es mit dem Namen des Ortes auf sich, in dem diese kleinen Sünden gefertigt werden? "Piana degli Albanesi" bedeutet "Ebene der Albaner" und tatsächlich wurde dieser Ort von Albanern gegründet, die vor 500 Jahren vor einer türkischen Invasion vom Balkan flüchteten und man kann heute noch viele albanische Elemente dort finden, von den zweisprachigen Hinweisschildern bis zu orthodoxen Prozessionen.