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“Libera Terra” - Landwirtschaft auf von der Mafia befreitem Land

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Viele denken (leider) sofort an Mafia , wenn sie Sizilien hören. Ich habe hier vor Jahren einen hoffnungsvollen Blick auf das Verschwinden der Mafia geworfen. Heute möchte ich euch die erfolgreiche Anti-Mafia-Initiative “Libera Terra” vorstellen. Zunächst ein kurzer Blick zurück auf den Niedergang der sizilianischen Mafia, der sich an einigen Schlüsselereignissen festmachen lässt. 1986 - Es gelingt den beiden mutigen Ermittlungsrichtern Giovanni Falcone und Paolo Borsellino, über 400 Mafiosi im sogenannten Maxiprozess in Palermo vor Gericht zu stellen. Entscheidend war, dass endlich Kronzeugen aus dem innersten Kreis der Cosa Nostra (“Unsere Sache”), wie sich die sizilianische Mafia selbst nennt, gewonnen werden konnten. Man war endlich in das Herz der Mafia vorgedrungen und konnte die Organisation als Ganzes entlarven. Schluss mit dem Schweigen und dem “Mafia? Kenne ich nicht, gibt es nicht”, das Sizilien jahrzehntelang lähmte. 1992 - das Horrorjahr, in dem bei einem Bombenanschlag...

Der Schafstall des Paten – Die vorletzte Unterkunft des Mafiabosses Bernardo Provenzano

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  Das Nebengebäude des Schafstalls in der Nähe von Corleone scheint unbewohnt - doch irgendetwas geht dort vor. Angehörige der Mafia­familie Provenzano werden gesichtet und der Stromzähler dreht sich. Seit Jahren wird die noch in Corleone lebende Familie Provenzano observiert, denn man ist sich sicher, dass diese Kontakt zum abgetauchten Capo hält. Der Weg eines Plastikbeutels, der immer wieder aus dem Haus der Familie gebracht wird und dorthin zurückkehrt, führt schließlich auf die Spur. Verlässt darin saubere Wäsche das Haus und schmutzige kommt zurück? Als aus der Tür des vermeintlich verlassenen Stalls eine Hand nach diesem Beutel greift wissen die Fahnder, dass sie am Ziel sind. Hier hält er sich auf, der Boss der Bosse – Bernardo Provenzano, Spitzname "Der Traktor", seit 43 Jahren auf der Flucht.     Provenzano war der letzte Kopf der corleoneser Mafia , die im soge­nannten zweiten Mafiakrieg die Macht über die sizilianische Mafia "Cosa Nostra...

19. Jahrestag des Attentats auf Paolo Borsellino – Kämpfer gegen die Mafia auf Sizilien

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  Nur wenige Wochen nach seinem Mitkämpfer und Freund Giovanni Falcone wurde in in Palermo vor 19 Jahren der Richter Paolo Borsellino ermordet. Vor dem Haus seiner Mutter sprengte die Mafia einen ihrer stärksten Gegner in die Luft. Paolo Borsellino hatte zusammen mit Giovanni Falcone Hunderte von Mafiosi hinter Gitter gebracht und die sizilianische Mafia "Cosa Nostra" empfindlich geschwächt. Die Ermordung der beiden Richter hatte die Bevölkerung von Sizilien tief empört und die Wut wurde auch nach aussen gezeigt – ein Novum für die sizilianische Mafia, die immer auf das Gesetz des Schweigens, die "Omertà" vertrauen konnte.   Der Jahrestag der Ermordung Paolo Borsellinos ist insbesondere für die jungen Leute auf Sizilien ein Anlaß, der Mafia "basta" zu sagen – es reicht! "Paolo, Giovanni – i nostri eroi" Paolo, Giovanni – unsere Helden ; "L'Italia è nostra – e non di Cosa Nostra" - Italien ist unser – und nicht das...

Die Strassen von Corleone – sicher und sehenswert

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  Kein Ort auf Sizilien wird so stark mit der Mafia in Verbindung gebracht wie jene Stadt Corleone , nach der Mario Puzo die Hauptfigur Don Vito Corleone in seinem Bestseller "Der Pate" benannt hat. Tatsächlich haben in Corleone zwei der mächtigsten und brutalsten Mafiabosse gelebt – Salvatore (Totò) Riina und Bernardo Provenzano, beide sitzen mittlerweile hinter Gittern. Auch ich war bei meiner ersten Begegnung mit Corleone gespannt, ob sich ein gewisser Mafia-Grusel einstellen würde, obwohl ich natürlich weiß, dass die Organisation seit vielen Jahren versucht, für die Öffentlichkeit unsichtbar zu werden, um ungestört ihren Geschäften nachzugehen. Der Aufschrei der sizilianischen Bevölkerung nach dem Mafia-Terror der frühen 90er Jahre, insbesondere nach der Ermordung der beiden Mafia-Jäger Giovanni Falcone und Paolo Borsellino, und nicht zuletzt der massive Fahndungsdruck von Seiten des Staates ließ die Bosse um ihre Machtbasis fürchteten und die Zahl der Mafiamorde...

Der Baum zum Gedenken an Giovanni Falcone in Palermo

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  Am 23.5.11 jährt sich das Attentat auf den erfolgreichen sizilianischen Mafia-Jäger Giovanni Falcone zum 19. Mal. Doch nicht nur an diesem Tag wird an diesen überaus mutigen Mann gedacht, sondern ganzjährig kann man die Gedanken und Hoffnungen, die man in Sizilien mit ihm verbindet an einem besonderen Ort nachspüren. Kurz nach dem Attentat auf Falcone auf der Autobahn bei Capaci, bei dem auch seine Frau und 3 Leibwächter ermordet wurden, widmete die Bevölkerung von Palermo einen Baum vor der Wohnung Falcones in der Via Emanuele Notarbartolo zu einer Gedenkstätte um – zum "Albero di Falcone". Wenn man weiß, dass bis in die 80er Jahre hinein das Problem Mafia auf Sizilien vom Staat und auch leider von den Sizilianern selber als nicht existent behandelt wurde, steht man sehr berührt vor den am Baum angebrachten Botschaften. Schulklassen haben hier ihre Wertschätzung für Giovanni Falcone zum Ausdruck gebracht, staatliche Stellen wie der Bürgermeister von Palermo und Abte...

Michele Aiello und die Weisse Mafia

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  Das Bild unten zeigt die Klinik "Villa Santa Teresa" in Bagheria bei Palermo. Sie ist eines der modernsten Zentren für Strahlen-Diagnostik und -Therapie in Sizilien. Die Klinik wurde von Michele Aiello, einem bekannten Unternehmer aus Bagheria betrieben.   Man müßte ihm eigentlich dankbar sein aber er wanderte vor gut zwei Wochen für 15 Jahre hinter Gittern. Was ist passiert? Man konnte Michele Aiello nachweisen, daß er das sizilianische Gesundheitssystem ausgenommen hat wie eine Weihnachtsgans. Gleichzeitig war die Mafia sein bester Geschäftspartner . Die Geschichte von Michele Aiello schlug in ganz Italien hohe Wellen. Wer sie zusammengefaßt und auf Deutsch lesen möchte kann das hier tun: Michele Aiello und die weiße Mafia Bleibe auf dem Laufenden mit... ... meinem Newsletter meiner Instagram-Seite meiner Facebook-Gruppe "Sizilien konzentriert" meiner Facebook-Gruppe "Trip Tipp Sizilien" meiner Facebook-Gruppe "Immobil...

Mafia-Boss von Agrigento geschnappt

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  Agrigento ist besonders wegen des als UNESCO-Weltkulturerbe deklarierten Tal der Tempel bekannt. Leider gibt es aber auch eine unrühmliche Kehrseite von Agrigento: Die Mafia gilt hier als besonders aktiv . Gilt? Nein - galt! Denn gestern haben die sizilianischen Mafia-Jäger ihren Boss - Gerlandino Messina - in Favara, einer Kleinstadt vor den Toren Agrigentos, gefaßt. Pech gehabt - er war erst seit Juni 2010 im Amt. Damals hatten die Mafia-Jäger auch seinen Vorgänger - Giuseppe Falsone - erwischt. Die Polizei war Gerlandino Messina über einen seiner "Marketender" auf die Spur gekommen. Marketender versorgen Mafiosi mit allen Dingen des täglichen Lebens. Im aktuellen Fall fiel irgendwann auf, daß ein junger Mann regelmäßig Lebensmittel in diesen halbfertigen Schwarzbau trug. Nicht nur für diejenigen von Euch, die Italienisch sprechen ist das Video der Festnahme interessant. Auch ohne Worte zeigt es deutlich, daß der italienische Staat mit aller Macht gegen di...

Paolo Borsellino - 18. Jahrestag des Attentats

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  Heute vor 18 Jahren ermordete die Mafia den Richter Paolo Borsellino . Er hatte sich den besonderen Hass der Mafia zugezogen. Kein Wunder - Paolo Borsellino und sein ebenfalls von der Mafia ermordeter Kollege Giovanni Falcone hatten in den 80er Jahren hunderte von Mafiosi dort hingebracht, wo sie hingehören - in den Knast. Der 19. Juli ist heute in ganz Italien ein Tage des Gedenkens und der Demonstrationen. Hier seht ihr ein erstes Video von der Kundgebung vor dem Haus von Giovanni Falcone (ab der 4. Minute): Denn hier steht ein ganz besonderes Symbol - der Falcone-Baum (Albero di Falcone). An diesem Baum hängen hunderte von Briefen an die beiden Richter. Ihr wundert euch vielleicht, warum die Demonstranten rote Bücher hochhalten. Paolo Borsellino hatte in einem roten Notizbuch seine Untersuchungsergebnisse zusammengefasst. Auf Italienisch heißt Notizbuch "agenda" und Antimafia-Demonstrationen laufen häufig unter dem Motto "L'agenda rossa di Paolo Bo...

Das neue Gesicht der Mafia

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  Der Herr rechts in diesem Video ist Francesco Lena , Inhaber des bekannten sizilianischen Weingutes Santa Anastasia : Er erklärt hier auf der wichtigsten Wein-Messe Italiens - der Vinitaly in Verona - sein Projekt des biodynamischen Weinanbaus. Auf der Webseite des Weinguts könnt ihr außerdem lesen, daß das Weingut ca. 80% der elektrischen Energie fotovoltaisch erzeugt. Schade nur, daß all diese Investitionen auf dem schmutzigem Geld der Mafia basieren. Hier haben wieder ein schönes Beispiel für die Kultur der Mafia , die Sizilien nachwievor durchsetzt. Weitere Beispiele dazu findet ihr auf der Seite Mafia - Wie sie in Sizilien zu verschwinden beginnt . Ein herausragendes Beispiel für die Gegenkultur hierzu ist die Antischutzgeld-Initiative Addiopizzo. Wie das alles herausgekommen ist, könnt ihr in der Pressemitteilung "Dagli appalti al vino, affari di mafia" lesen. Hier ist meine Übersetzung: Von den Ausschreibungen zum Wein, die Geschäfte der Mafia 19 Haftbe...

Heute vor 18 Jahren starb Giovanni Falcone

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  Viele von Euch haben den Namen Giovanni Falcone wahrscheinlich schon gehört. Der Flughafen Palermo ist z.B. nach ihm und seinem Kollegen Paolo Borsellino benannt. Wahrscheinlich habt ihr die Namen im Zusammenhang mit dem Kampf gegen die Mafia gehört. Giovanni Falcone ist heute vor 18 Jahren von genau dieser Mafia umgebracht worden. Am Ort des Attentats wurde ihm, seiner Frau und seinen Leibwächtern dieses Denkmal gesetzt. Ihr könnt es auf der Fahrt vom Flughafen Palermo in die Stadt auf der Höhe von Capaci sehen: From Blog-Italien-Sizilien Die Mafia hatte auch "allen Grund dazu". Falcone und sein Team hatten in den Jahren vor dem Attentat die Organisationsstruktur der Mafia geknackt. Diese Struktur war vorher völlig unbekannt - eine der entscheidenden Gründe, warum ihr so schwer beizukommen war. Mit diesem Wissen ist es dem Falcone-Team gelungen hunderte von Mafiosi hinter Gittern zu bringen. Sein Tod hat der Mafia wahrscheinlich mindestens so stark gescha...

Addiopizzo – Erfolgreiche Anti-Mafia Arbeit

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  Die Anti-Mafia Initiative Addiopizzo hat jetzt aus erster Hand den Beweis für ihren erfolgreichen Kampf gegen die Schutzgeld-Erpressung erhalten. Mich erreichte diese Woche der Newsletter meiner Freunde und Addiopizzo-Mitglieder von der Sprachschule Solemar Sicilia in Mongerbino bei Palermo, den ich für euch auf deutsch übersetzt habe. Eine kurze Hintergrund-Information: Die Polizei konnte in diesem Frühjahr in Sizilien im Rahmen der sogenannten Operation "Paesan Blue" einige erfolgreiche Verhaftungen von Mafia-Bossen vornehmen: Darunter war auch der 33 jährige Giuseppe di Maio, Mitglied eines einflußreichen Mafia-Clans aus Palermo. Giuseppe di Maio hat sich zur Zusammenarbeit mit der Justiz entschlossen. Auch an diesem Beispiel seht ihr wieder, daß die Mafia in Sizilien zu verschwinden beginnt . Hier nun das Newsletter aus Sizilien: Liebe Freunde, durch einen Artikel aus dem "Giornale die Sicilia" von Freitag, dem 30.04.10 haben wir erfahren, das...