Es gab eine Zeit, in der Sizilien als Beispiel für vergleichsweise große religiöse Toleranz gelten kann.Die normannischen Könige, die die Insel von 1061 bis 1194 beherrschten, regierten über diese vielfältige Bevölkerung mit bemerkenswerter Pragmatik: Solange Loyalität und Abgaben gesichert waren, konnten die meisten ihre Religion weiter ausüben. So entstand eine Gesellschaft, in der unterschiedliche Traditionen nebeneinander existierten und sich gegenseitig bereicherten.
Die Normannen machten sich das Wissen und die Fertigkeiten der Andersgläubigen zunutze, und es entstanden Bauwerke, zu denen die Normannen ihre wuchtige Architektur, die griechisch-byzantinischen Künstler ihre funkelnden Mosaike und die islamisch geprägten Künstler ihre filigranen geometrischen Muster und Ornamentik einbrachten.
Schon beim Betreten einer Kirche wird die Magie dieser Mischung sichtbar: ein funkelnder Sternenhimmel, Engel mit verhüllten Händen, Palmen an den Wänden – und die Darstellung eines weltlichen Herrschers, der sich direkt von Christus krönen lässt. Ob das dem Papst wohl gefallen hat?
Man kann nur staunen. Sizilien im Mittelalter zeigt, wie Vielfalt, Kunst und Pragmatismus zusammen eine Welt erschaffen konnten, die bis heute fasziniert.
Übrigens: Die Arabisch-Normannischen Bauwerke in Palermo, Cefalù und Monreale gehören zum Weltkulturerbe der UNESCO. Mit dieser Karte könnt ihr euch auf die Spuren der Normannen in Palermo begeben.
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| Chiesa Santa Maria dell´Ammiraglio in Palermo |
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| Detail der Fassade |
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| Altarraum |
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| Der Blick nach oben in die Glitzerwelt |
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| Barockmalerei trifft goldene Mosaike |
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| So viele faszinierende Details... |
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| Die Krönung des Normannenkönigs Roger II durch den schwebenden Christus |
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| Unter der Madonna kniet der Erbauer der Kirche - Admiral Georg von Antiochien - in ehrfürchtiger Unterwerfung – ein Ausdruck der göttlichen Ordnung, in der selbst die Mächtigen ihren Platz kennen. |
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| Maria mit dem Jesuskind |
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| Im unteren Teil des Mosaiks sieht man die Taufe des Jesuskindes |
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| Die Engel haben als Zeichen der Demut die Hände mit Stoff verhüllt. In der byzantinischen Kunst wird das Heilige nicht mit den Händen berührt. |
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| Ranken, Palmen, Sternenhimmel...gerade die "weltlichen" Mosaike machen den Reiz der Martorana aus |
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| Ikonen nach byzantinischer Tradition |
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| ...und am Schluss sollte man unbedingt den Blick auf den Boden richten |
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