Vom Meer aus sieht man mehr - eine Bootsfahrt

Meer macht glücklich, ich habe es schon lange geahnt und jetzt gibt es sogar wissenschaftliche Beweise, wie das Magazin Geo jüngst veröffentlichte.

Die verschiedenen Blautöne machen glücklich

Meine eigene Glücksreise führte mich auf das Meer vor der Küste Santa Flavias. Seit diesem Sommer kann man im Hafen von Porticello (einem Ortsteil Santa Flavias) bei “SicilyGoBoat” ein Boot mieten und es entweder selber steuern (ohne Führerschein, aber Erfahrung sollte man mitbringen) oder mit Skipper rausfahren. Der Vorteil einer Fahrt mit Skipper ist, dass er sich an der Küste auskennt und einem kleine Geheimnisse zeigen kann, denn er darf mit dem Boot näher ran fahren, während man als Selbstfahrer einen Abstand von 150m zur Küste halten muss.

Was man vom Meer aus sehen kann…. Ausgangspunkt ist der Fischerhafen von Porticello. Vorbei an den bunten Fischerbooten geht es raus auf´s offene Meer...
Porticello

...und Richtung der weithin sichtbaren Burg Solanto. Sie wurde schon im 12. Jahrhundert von den Normannen gebaut, um Küste, Hafen und die Thunfischfanganlage (Tonnara) zu schützen. Thunfisch wurde bis ins Jahr 1961 dort gefangen. In den folgenden Jahrhunderten gab es natürlich einige bauliche Veränderungen und heute ist der Komplex eine wunderschöne Location für große, sizilianische Hochzeiten. Auf dem Gelände gibt es auch eine Wassersportschule, deshalb besondere Obacht vor SUP-Fahrern und Optimisten-Seglern.
Solanto - eine ehemalige Tonnara mit trutziger Burg

Jetzt geht es in schneller Fahrt raus aufs offene Wasser, denn ca. 1 Seemeile vor der Küste gibt es eine besondere Überraschung, ein Unterwasserfelsen, “La Formica”, die “Ameise” genannt. Der Felsen ragt aus 60m Tiefe bis zur Oberfläche und ist ein Paradies für Taucher, die in den Höhlen und Spalten eine Fülle von Meeresbewohnern treffen können. Und auch Schnorchler kommen auf ihre Kosten, denn die tiefen, felsigen Abgründe sind Bühne für eine Reihe von Fischarten und der Blick nach unten gibt ein Gefühl von “Deep Blu”. 
La Formica - ein kleines Stück des gewaltigen Unterwasserfelsen blinzelt hervor
Gemächliche Fahrt zurück an die Küste, um die Küstenlinie mit der Felsnase “Capo Zafferano” zu genießen.
Das Capo Zafferano am Horizont

Ein weißes Haus mit den Füßen im Meer, ein Sandstrand, an dem die Familien und jungen Leute der Umgebung sich sonnen und baden, Strandbars für´s Dolce Vita und eine kleine, felsige Bucht, die sich bis ins Dorf erstreckt - das ist Sant´Elia.
Sant´Elia vor der Kulisse des Monte Catalfano
Das Capo Zafferano kommt näher. Ein Felsmassiv, das seine Nase ins Meer steckt und die Küstenlinie prägt. Auf seiner Spitze steht ein Leuchtturm, der nächtens noch blinkt. Die Gebäude drumherum sind verfallen und ein echter “Lost Place”. Der Kalkstein ist zerklüftet und bildet Spalten und Höhlen. Die beeindruckendste Höhle, in der sogar in der Altsteinzeit Jäger und Sammler lebten, ist die “Grotta dell´Arco”. Der namensgebende Felsenbogen überspannt eindrucksvoll den Höhleneingang.
"Grotta del Arco" - hier lebten schon vor 12000 Jahren Menschen

Der Leuchtturm am Capo Zafferano


Der folgende Küstenabschnitt heißt Mongerbino und es gibt die unglaublichsten Villen mit privaten Zugängen zum Meer. Einige kann man sogar mieten und den perfekten Sommerurlaub mit Blick auf den Golf von Palermo verbringen. Hier findet man den berühmtesten Felsenbogen Italiens, den “Arco Azzurro”. Berühmt deshalb, weil die Schokoladenfirma Perugina in den 70er Jahren hier einen Werbespot drehte für seine beliebten “Baci”, “Küsse”, die heutzutage noch zum Valentinstag verschenkt werden. Das ikonische Foto, mit dem Liebespaar auf dem Felsenbogen, findet man hier (auf dem Zeitstrahl bei 1973).

Villen in Traumlage an der Küste von Mongerbino

Der Felsenbogen "Arco Azzurro" auch "Liebesbogen" genannt


Unsere letzte Station ist Aspra. Was für eine Kulisse das Fischerdorf Aspra bietet, ein lebendiges Wimmelbild! Der Strand voller Sonnenschirme, die bunten, traditionellen  Fischerboote liegen neben der Promenade, auf der morgens ein Fischmarkt aufgebaut ist. Entlang des Ufers die alten Fischerhäuser und im Hintergrund die Kirche, Sizilien pur!
Aspra
Der Rückweg nach Porticello bietet nochmal ganz anderes Licht und die Möglichkeit wunderschöner Gegenlichtaufnahmen des Golf von Palermo.




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