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Alltag in Sizilien – Die besondere Urlaubserfahrung

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Wie leben sie eigentlich, die Sizilianer? Vielleicht interessieren euch nicht nur die Insel Sizilien mit ihren vielen Facetten, sondern auch die Menschen, die dort wohnen. Ich bin sicher, dass es auch die Sizilianer sind, die einen Sizilien-Urlaub zu etwas Besonderem machen. Warum ich das glaube? Ihr werdet erfahren, dass man euch nicht ignoriert, sondern fragt, woher ihr kommt und wie euch die Insel gefällt. Ältere Menschen werden euch auf deutsch ansprechen und gerne davon berichten, dass sie oder jemand aus der Verwandtschaft viele Jahre in Deutschland gearbeitet haben. Solltet ihr auf die Idee kommen, am Straßenrand zu Fuß unterwegs zu sein, kann es euch passieren, dass ihr mehrfach die Mitnahme angeboten bekommt. Die Sizilianer begegnen euch größtenteils mit Interesse, Herzlichkeit und Hilfsbereitschaft. Unter diesen Dächern wohnen sie – die Sizilianer ( Corleone )   90% Siziliens sind noch nicht touristisch überorganisiert – das bietet viel Raum für Beg...

Erice – hoch oben im Nebelland

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  Erice zeigt sich nicht jedem! Gerne zieht es den Vorhang zu und verhüllt sich in Nebelschwaden. Der Berg, auf dem die Stadt sich bis zu 750 Metern hinauf streckt, bekommt den Stoff vom nahen Meer geliefert und dann kann man in den engen Gassen nur noch an der Wand tastend voran gehen. Aufsteigende Nebelschwaden – ziehen sie vorbei?   Wenn aber die Schleier die Stadt nicht erreichen, ist Erice der Ort auf Sizilien, der die Medaille für Platz 1 "Der schönste Ausblick Siziliens" umgehängt bekommt. Erice-Weitblick – zu Füßen Trapanis mit seinen vielfarbigen Salzgärten und die scheinbar schwebenden ägadischen Inseln Favignana, Levanzo und Marettimo.   Wie so viele Orte auf Sizilien reichen die Wurzeln der Stadt weit zurück, im Falle Erices sogar bis in die vorgriechische Zeit, bis zu den Elymern, die die Stadt als "Eryx" gründeten. Dann folgen die für die sizilianische Geschichte typischen zahllosen Personalwechsel – von den Puniern übe...

Der gesegnete Esel der Wallfahrtskirche Madonna di Tagliavia bei Corleone

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  Der Weg hat viele Ziele – diese Abwandlung des Spruchklassikers kann das Motto für eine Sizilienreise sein. Denn auf dem Weg zu den be­lieb­tes­ten sizilianischen Reisezielen liegen ganz viele kleine Schmuckstücke, die man leicht übersieht. Fährt man zur ehemaligen Mafia-Hochburg Corleone empfehle ich einen Abstecher zur Wallfahrtskirche Madonna di Tagliavia, die alleine mitten in der hügeligen Landschaft steht.       Ein Halt lohnt sich nicht nur wegen des Anblicks eines schönen Ge­mäu­ers, sondern auch für die besonderen Begegnungen, die man dort mit etwas Glück haben kann.   Der Esel mit Namen "Ciccio"   Vor der Kirche wird mir "Ciccio" vorgestellt, der Esel gehört zum Team - è beato - er ist gesegnet! Der Gründer des Fran­zis­ka­ner­or­dens Franz von Assisi hatte ein Faible für Tiere, er hat ihnen sogar gepredigt ("der zu den Vögeln sprach"). Die Nachfolger des hei­li­gen Franziskus, die die Wallfahrtskirche Santua...

Auf der Baustelle der Antike in Selinunte

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Selinunte – eines der größte archäologischen Ausgrabungsgebiete Europas, das ist die nackte Zahl. Aber wie schön es ist, dort in den alten antiken Tempelruinen herumzuwandern, das kann man natürlich nur live erleben. Ich hatte das große Glück bei meinem Besuch im Januar eine Schafherde durch die alten Steine begleiten zu dürfen – dabei sind wunderbare Bilder entstanden.   Schafherde vor antiker Kulisse   Eine Ziege hat sich unter die Schafe gemischt und zeigt keinen Respekt vor dem Menschenwerk   Wenn man die riesigen Säulentrommeln ansieht fragt man sich, wie Mensch diese vor über 2500 Jahren aus dem Felsen geschlagen hat. Davon gibt es wenige Kilometer von Selinunte einen Eindruck – auf der Baustelle des Tempeldroms, der "Cave di Cusa". Hier wurden die runden Bauklötze aus dem anstehenden Fels herausgearbeitet. Verlassen wurde die Steinproduktion fluchtartig, als die Punier kamen – wenn man vor den halbfertigen Rotunden steht kann man för...

Gibellina – Moderne Kunst trifft sizilianische Kleinstadt

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  Die trauen sich was, denke ich, als ich nach Gibellina Nuova hineinfahre. Eine Stadt voller moderner Kunst erwartet mich – aber auch eine Stadt, aus der das Leben gewichen ist. Das Zentrum bildet ein wirklich riesiger Platz, dessen Begrenzungsmauern mit zig Banknischen versehen ist, eigentlich eine Piazza zum schlendern und plaudern. Doch das tut hier niemand, viel zu weitläufig und unattraktiv wurde der Platz gestaltet, mögliche Räume für Geschäfte liegen hinter der Mauer verborgen. Hier stellt keine Bar ihre Tische auf.   Die riesige Piazza von Gibellina   "Il meeting", entworfen von Pietro Consagra, als Museum gedacht, ist heute eine moderne Bar   Die Kirche "La grande sfera" mit arabisch anmutender Kuppel   Das alte Gibellina Vecchia liegt 18km entfernt und wurde 1968 bei einem schweren Erdbeben vollständig zerstört. Die Reste wurden – im Zeichen der Kunst – unter einem Leichentuch aus Beton begraben, man kann...

Der Schafstall des Paten – Die vorletzte Unterkunft des Mafiabosses Bernardo Provenzano

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  Das Nebengebäude des Schafstalls in der Nähe von Corleone scheint unbewohnt - doch irgendetwas geht dort vor. Angehörige der Mafia­familie Provenzano werden gesichtet und der Stromzähler dreht sich. Seit Jahren wird die noch in Corleone lebende Familie Provenzano observiert, denn man ist sich sicher, dass diese Kontakt zum abgetauchten Capo hält. Der Weg eines Plastikbeutels, der immer wieder aus dem Haus der Familie gebracht wird und dorthin zurückkehrt, führt schließlich auf die Spur. Verlässt darin saubere Wäsche das Haus und schmutzige kommt zurück? Als aus der Tür des vermeintlich verlassenen Stalls eine Hand nach diesem Beutel greift wissen die Fahnder, dass sie am Ziel sind. Hier hält er sich auf, der Boss der Bosse – Bernardo Provenzano, Spitzname "Der Traktor", seit 43 Jahren auf der Flucht.     Provenzano war der letzte Kopf der corleoneser Mafia , die im soge­nannten zweiten Mafiakrieg die Macht über die sizilianische Mafia "Cosa Nostra...

Die Vulcanelli von Macalube auf Sizilien – Kühle Grüße aus dem Erdinneren

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  Vulkanismus auf Sizilien – da denkt man sofort an den Ätna. Dieser aktive Gigant tut das, was wir gemeinhin von einem Vulkan erwarten: Er spuckt Lava, stinkt nach Schwefel und erzeugt um sich herum eine faszinierende Mondlandschaft. Aber es gibt noch einen anderen Vulkan-Typ auf Sizilien – die kleinen Schlamm-Vulkane von Macalube, "Vulcanelli" genannt. Man findet sie ca. 7 km nördlich von Agrigento , nahe dem Ort Aragona. Ich war gespannt, was für ein Anblick mich erwartete, als ich mich auf den Weg in das Naturschutzgebiet machte. Ein Schotterweg führt einige hundert Meter vorbei an hügeligen Feldern und binnendünen-ähnlichen Sandhügeln. Noch ist nichts Ungewöhnliches zu sehen und zu hören, dann jedoch verändert sich der Boden und wird grau und uneben und dann steht man auf einem weitläufigen Hügel getrockneten Schlamms – unwirklich anmutend inmitten einer fruchtbaren Landschaft. Die Verursacher kann man jetzt sehen und mit etwas Glück auch hören: Die um einen...